Donnerstag, 28. Juni 2012

[REZENSION] Vintage Tea Party

Titel: Vintage Tea Party (OT: Vintage Tea Party)
Autor: Carolyn & Chris Caldicott
Fotograf: Chris Caldicott
Übersetzer:Sebastian Hoch
Verlag: Freies Geistesleben
Reihe: -/-
Ausführung: Hardcover, 127 Seiten


Autor:
Chris und Carolyn Caldicott führten durch ihre Reisedokumentationen, die sie für die Royal Geographical Society, die BBC oder Magazine und Zeitungen wie Vanity Fair, Elle oder The Times machten, lange Jahre ein Leben als Globetrotter.
1991 entschieden sie sich, in London sesshafter zu werden, und eröffneten das World Food Café. Da das Restaurant inzwischen eine Institution der Londoner Gastronomieszene ist, ergreifen sie nun wieder jede sich bietende Möglichkeit, um auf Reisen zu gehen – immer auf der Suche nach neuen Fotomotiven und Gerichten für ihre Küche.


VINTAGE TEA PARTY

Mittlerweile bin ich einer Sucht erlegen, was Bücher angeht, die sich mit der wohl britischsten Mahlzeit des Tages beschäftigen: die Teatime. Natürlich wiederholt sich ein Teil der Rezepte. Beispielsweise kann man sich Scones oder Sandwiches unmöglich von einer klassischen Teetafel wegdenken, und zumindest von den Covern wirkt der Stil der Veröffentlichungen ähnlich. Trotzdem haben es Carolyn und Chris Caldicott mit ihrer "Vintage Tea Party" geschafft ein Buch zu veröffentlichen, dass man auch dann unbedingt im Regal stehen haben will, wenn man bereits andere Bücher zu dem Thema besitzt.
Zum einen ist da der Inhalt des Buches. Neben den bereits erwähnten Klassikern der englischen Teatime wie Scones und Sandwiches, Muffins und Crumpets, widmet sich ein großer Teil des Inhalts der Entstehungsgeschichte der Teatime und dem schönen und unverzichtbaren Drumherum, dass die Teatime erst zu einer perfekten Teatime werden lassen: Tischwäsche und Geschirr. Carolyn Caldicott führt jede Menge Tipps auf, wie man einen Tisch stilvoll eindecken und seine Gäste bewirten kann, ohne sich dafür in Unkosten oder einen immensen Zeitaufwand zu stürzen. Wer nicht gerne Marmelade kocht, kann auch eine gute Sorte kaufen, die er zu selbstgemachten Scones reicht, und ein Teegeschirr muss nicht immer vollständig und neu sein, sondern kann auch mit Einzelstücken von Flohmärkten und Wohltätigkeitsbasaren kombiniert werden. Chris Caldicott hat die gedeckten Tafeln, das altmodische und reizende Geschirr und die leckeren Köstlichkeiten so wunderbar in Szene gesetzt, dass man am liebsten in das Buch hineinsteigen würde. Im Gegensatz zu anderen Werken werden die Gebäckstücke und Marmeladen hier nicht dermaßen hochgestylt präsentiert, dass man denkt "sieht köstlich aus, aber viel zu schade zum Essen", sondern an rustikalen Tafeln, einem sommerlich gedeckten Gartentisch oder direkt vorm Kamin. Das Sonnenlicht produziert Schattenspiele auf die Tafeln, die Tischdecken sind nicht glattgebügelt, sondern weisen immer noch die Falten vom Zusammenlegen auf. Alles wirkt authentisch und echt und weckt bei mir einen Appetit auf die Sachen und eine Lust darauf nach England zu reisen, wie es andere Teatime Bücher bisher noch nicht geschafft haben. Die wunderbaren Landschaftsfotos von Chris Caldicott sind dabei noch das Tüpfelchen auf dem I, so dass ich aus dem wohligen Seufzen beim Durchblättern dieses Buches gar nicht mehr rausgekommen bin.
Auch der Rezeptteil des Buches bietet weit mehr als nur die Rezepte inklusive Foto, Zutaten- und Zubereitungsteil. Carolyn Caldicott beschreibt wo die Rezepte ihren Ursprung haben, gibt Informationen zu der Herkunft einzelner Zutaten und besonders schön zu lesen ist es, wenn sie die Köstlichkeiten um Anekdoten aus ihrer Kindheit ergänzt.

Schlehen sind die säuerlichen Früchte des Schwarzdorns, auch Schlehdorn genannt. Rund in der Form und tiefviolett in der Farbe werden sie, sobald sie weich und am Strauch im Überfluss vorhanden sind, im Herbst gepflückt.
Jedes Jahr zu Weihnachten holte meine Großmutter stolz die gut gehütete Flasche Schlehenschnaps hervor, zu deren Entstehung wir alle dadurch beigetragen hatten, dass wir wilde Schlehen gesammelt und gemeinsam jene langweilige Tätigkeit ausgeübt hatten, bei der mit den Gabelzinken in jede einzelne Frucht eingestochen werden musste. Heute mache ich es mir deutlich einfacher, indem ich die Schlehen über Nacht in die Gefriertruhe gebe, was gleich zwei Effekte hat: zum einen reißt die Haut der Früchte, zum anderen spaltet sich der Zucker der Schlehen auf. 

Zum Abschluss noch ein Blick auf den Inhalt:

Teatime
- Beliebte Accessoires
- Wo findet man die schönen Dinge?
- Wie man beim Stil schummeln kann
- Wie alles begann
- Wie es zur Teatime kam
- Aus dem Salon in den Tearoom
- Die Wahl des passendes Tees
- Die Geschichte des Sandwiches
- Ein Gläschen zum Tee
Eingemachtes
Tee im Salon
High Tea
Tee im Garten
Tee am Kamin
Tee im Kinderzimmer
Alphabetisches Rezeptregister

Das Buch im quadratischen Format enthält zahlreiche Fotos zu den Rezepten und darüber hinaus doppelseitige Landschaftsaufnahmen aus England. Die anderen Seiten sind mit verschiedenen zarten Farben wie hellblau, frühlingsgrün und blassem rosa hinterlegt, einige kleine Tuscheillustrationen lockern das Design auf.

"Vintage Tea Party" ist weit mehr als ein Buch mit Rezepten. Ein bisschen ist es so, als wäre der Sommer und Erinnerungen an einen schönen Englandurlaub zwischen zwei Buchdeckel gesteckt worden.

Dienstag, 26. Juni 2012

[REZENSION] Mein Grillbuch: Feuer frei

Titel: Mein Grillbuch: Feuer frei
Autor: Shaun das Schaf
Fotograf: TLC Fotostudio
Übersetzer: -/-
Verlag: Komet
Reihe: -/-
Ausführung: Hardcover, 96 Seiten, mit Handschuh




MEIN GRILLBUCH: FEUER FREI

Zugegebenermaßen mag ich die Shaun-Kochbücher allein schon wegen den vielen Fotos aus der Fernsehserie. "Mein Grillbuch: Feuer frei" ist ein ganz besonderes Schmankerl für Shaun-Fans, denn hier bekommt man nicht nur wie in den anderen Veröffentlichungen jede Menge Bilder von Shaun und seinen Freunden geboten, dass Grillbuch wird in einer ansprechenden Geschenkverpackung samt Shaun-Grillhandschuh geliefert, der nicht nur ein hübsch anzuschauendes Gimmick für Fans ist, sondern wirklich für den Gebrauch taugt. Er ist griffig, robust und maschinenwaschbar, von daher überzeugt das Gesamtpaket von Buch, Handschuh und Verpackung auf jeden Fall vom Preisleistungsverhältnis.

Aber auch von der Rezeptauswahl hat "Feuer frei" weit mehr zu bieten als Würstchen, Steak und Co.
Ganze 40 Rezepte sind in dem Buch enthalten, die in die Rubriken...
* Gemüse und Käse spielen die Hauptrolle
* Feuer und Flamme für Fleisch und Geflügel
* Fisch und Meeresfrüchte ahoi!
* Brutzelvergnügen mit Obst
... unterteilt sind und außerdem auf der letzten Seite des Buches auch nochmal in einem alphabetischen Register aufgeführt werden.

Im Kapitel "Gemüse und Käse spielen die Hauptrolle" befinden sich einige vegetarische Rezepte. Außerdem enthalten die Rezepte für Fleisch, Geflügel und Fisch häufig Saucen, Marinaden, Dips oder Pesto, die natürlich auch eigenständig zubereitet werden und zu anderen Fleisch- oder Fischsorten oder vegetarischen Gerichten gereicht werden können, als denen, die im Buch aufgeführt sind. Bei diesen Rezepten hätte ich mir allerdings gewünscht, dass Sauce und Konsorten im Zutaten- und Zubereitungsteil konsequent getrennt vom Rest aufgeführt worden wären (bei einigen Rezepten wurde dies umgesetzt), damit man auf das Einzelrezept einen schnelleren Zugriff hat, wenn man statt "Putenburger mit Zwiebel-Relish" eben nur das Zwiebel-Relish zubereiten möchte. Allerdings ist dieser Punkt angesichts der bei Grillgerichten häufig überschaubaren Zutatenliste und Zubereitungsfolge zu verschmerzen.

Neben den lustigen Szenen aus der Serie beinhaltet jede Rezeptseite auch ein Foto des fertigen Gerichtes, plus einer Zutatenliste mit Angabe der Personenanzahl, Zubereitungszeit und Nährwertangaben (Kalorien, Eiweiß-, Fett- und Kohlenhydrat-Anteil) und natürlich die Zubereitungsfolge, in der die einzelnen Zutaten nochmals durch Fettdruck hervorgehoben sind.

"Mein Grillbuch: Feuer frei" kann ich nicht nur Shaun-das-Schaf-Fans empfehlen (die hier allein wegen des "scha(r)fen" Handschuhs zugreifen sollten), sondern allen Grillfans, die neben Würstchen und Steaks noch andere Sachen auf den Grill legen wollen und neben Grillgut auch Interesse an Beilagen, Marinaden und süßen Sachen vom Feuer zeigen. Die Shaun-Kochbücher sind immer umwerfend witzig gestaltet und in "Feuer frei" findet sich zudem eine gute und abwechslungsreiche Rezeptauswahl!

Freitag, 22. Juni 2012

[PRODUKTTEST] Fissler Gemüsemesser und Kochmesser via Amazon Vine


Fissler 88 020 08 000 perfection Gemüsemesser 8 cm


Fissler 88 021 20 000 perfection Kochmesser 20 cm


Wir besitzen zwar bereits qualitativ hochwertige Messer einer anderen Marke, aber die Fissler-Messer konnten doch in einigen Punkten unsere bisher verwendeten Messer in den Schatten stellen:

+ die Messer sind aus einem Stück geschmiedet
+ der Griff ist rundum abgerundet (bis auf das Ende) und liegt angenehm in der Hand
+ rutschfester Kunststoffgriff
+ ohne Kanten oder Rillen, in denen sich Schmutz festsetzen oder Rost bilden kann, sehr leicht zu reinigen
+ sehr gute Schneideeigenschaften, saubere Schnitte ohne große Kraftaufwendung

Das Ende des Griffes ist nicht gerundet, sondern kantig, je nachdem wie man das Messer hält, kann dies störend wirken.

Zum Gemüsemesser:
Für dickere Gemüsestücke wäre es günstiger, wenn die Klinge länger als 8cm wäre, allerdings besitzt unser "Vorgänger" ebenfalls keine längere Klinge, so dass ich diesen Punkt nicht negativ, sondern nur neutral werte.

Montag, 18. Juni 2012

[REZENSION] Süße Sünden

Titel: Süße Sünden (OT: The Hummingbird Bakery Cake Days)
Autor: Tarek Malouf und die Hummingbird Bakery
Fotograf: Kate Whitaker
Übersetzer: Carla Gröppel-Wegener
Verlag: Dorling Kindersley
Reihe: -/-
Ausführung: Hardcover, 256 Seiten



Autor:
Tarek Malouf wuchs in London auf und arbeitete nach seinem Studium in Los Angeles zunächst als Journalist. Doch die Idee, amerikanisches Trendgebäck in London bekannt zu machen, ließ ihn nicht mehr los. 2004 eröffnete er The Hummingbird Bakery in der Londoner Portobello Road, die inzwischen drei Filialen und Kultstatus hat.


SÜSSE SÜNDEN

"Süße Sünden" ist das erste Buch der Trendbäckerei Hummingbird Bakery aus London, die amerikanisches Trendgebäck von Cupcakes über Cheesecakes und Cookies bis hin zu Pies vertreibt.

Eine Anmerkung möchte ich gleich zu Beginn der Rezension machen: einige Backwerke nach aus dem Buch getesteten Rezepte sind wirklich außerordentlich süß ausgefallen, wie ich es aber von Gebäck im usamerikanischen Stil auch nicht anders erwartet habe. Wer es also nicht ganz so süß mag, sollte  jedes Rezept vorm ersten Nachbacken sorgfältig studieren und evtl. mit bereits erprobten Rezepten vergleichen und nach Gusto den Zuckeranteil in den Gebäckstücken reduzieren.

Allein von der Aufmachung lässt "Süße Sünden" das Herz jedes Zuckerbäckers höher schlagen. Beim Einband dominiert ein kräftiges Pink, welches für den edlen Leinenrücken gewählt wurde. Geschmackvoll cremefarben abgesetzt lässt sich darauf der Titel des Buches lesen. Auf der vorderen Einbandseite weckt ein schokoladiger Muffin den Appetit auf Süßes, die Rückseite ziert ein leckerer Cheesecake mit Früchten. Im inneren geht es nicht weniger liebevoll mit der Gestaltung weiter. Die Doppelseite jeder neuen Rubriken bevölkert ein Schwarm farbenfroher Kolibris und die Seiten sind im Wechsel mit kräftigen Farben unterlegt. Wie man vielleicht herauslesen kann, war ich also schon vor dem Ausprobieren einzelner Rezepte in dieses Buch verliebt.

Die getesteten Rezepte ließen sich dank genauer Mengenangaben bei den Zutaten und einer übersichtlich strukturierten und ausführlichen Zubereitungsfolge gut nacharbeiten. Bei den Kuchen sollte man unbedingt darauf achten, welche Springform benötigt wird. Im Gegensatz zu den bei uns gängigen Größen kommt bei den Cheesecakes aus "Süße Sünden" meistens eine Springform Ø20 zum Einsatz, und da die süßen Kuchen sehr mächtig sind mit ihrer Füllung und ihrem Topping, finde ich die kleine Größe absolut ausreichend gewählt.

Inhalt:
Einführung
Valentinstag
Frühlingsgebäck
Muttertag & Vatertag
Ostern
Sommer auf dem Kuchenteller
Für besondere Anlässe
Trost für verregnete Tage
Halloween
Weihnachten
Basics für Bäcker
Dekorieren und Verzieren
Bezugsquellen
Register
Über den Autor

Die Einteilung nach besonderen Anlässen und Feiertagen gefällt mir besonders deshalb sehr gut, da die kleinen Kuchen und Gebäcke meistens so hübsch sind, dass sie wie kleine Geschenke aussehen und fast zu schade zum Vernaschen scheinen. Neben den Produktfotos gibt es weitere Dekorationstipps im Kapitel "Dekorieren und Verzieren" zu entdecken. Die große Auswahl an Cheesecakes hat dazu geführt, dass ich beim ersten Durchblätter gleich einen immensen Vorrat an Post-Its in den Buch hinterlassen habe: je nach Jahreszeit und Anlass gibt es hier nämlich richtig tolle Varianten zu entdecken. Im Sommer haben wir den mit Erdbeeren ausprobiert, für Herbst ist bereits der mit Kürbis vorgemerkt und in der Winterzeit wird wohl der mit Schokolade, Karamell und Nüssen auf den Kaffeetisch kommen.

Jedes Rezept wird ausführlich beschrieben mit der benötigten Menge an Zutaten. Es wird angegeben wie viele Stücke jedes Rezept ergibt bzw. welche Springform für einen Kuchen verwendet wird. Unter dem Rezeptnamen befindet sich immer ein kurzer Text, in dem auf die Herkunft des Rezeptes eingegangen wird oder wozu es besonders gut schmeckt oder wie man es variieren kann. Die Zubereitungsfolge ist gut strukturiert und ausführlich mit genauen Zeitabgaben, Temperaturangaben und weiteren wichtigen Details versehen. Jedes Rezept wird mit Foto vorgestellt.

Neben aufwendigeren Kuchen sind auch viele Muffins, Cupcakes oder Cookies in diesem Buch enthalten, die problemlos von Backanfängern hergestellt werden können, zudem man in dem Kapitel "Basics für Bäcker" viele hilfreiche Tipps findet, die einem auch außerhalb dieses Buches in der Küche helfen.

"Süße Sünden" besitzt also nicht nur einen äußeren wunderhübschen Schein, der Inhalt ist mindestens genauso süß und soweit bereits nachgebacken absolut leckerschmecker!